Pfannenstiele und -griffe: Darauf sollten Sie beim Kauf achten

Der Pfannenstiel hat enorme Auswirkungen auf die Stabilität und Langlebigkeit einer Pfanne. Wir erklären Ihnen in diesem Artikel, welche Arten es gibt und welche Pfannengriffe wir empfehlen.

Pfannenstiele können nach Material und Verbindungsart eingeteilt werden.

Material

Für Pfannengriffe verwendete Materialien sind Kunststoff, Metall oder Holz.

Kunststoffe haben eine wesentlich schlechtere Wärmeleitfähigkeit als Metalle.1

Daher werden Kunststoffgriffe gerne für Pfannen verwendet: sie werden nicht so schnell warm wie Metallgriffe.

Der Nachteil von Kunststoff: er schmilzt bei höheren Temperaturen. Deshalb sind viele Pfannen mit Kunststoffgriff auch nicht für hohe Temperaturen im Backofen geeignet. Eine einfache Lösung sind abnehmbare Griffe wie die der Woll Pfannen. Diese Pfannen sind dann für bis zu 250° Celsius im Backofen geeignet 2


Stiele aus Metall bestehen meistens aus unlegiertem Eisen (Stahl) oder Edelstahl. Diese haben für Metalle ebenfalls eine relativ schlechte Wärmeleitfähigkeit, können aber heiß werden. (Mehr zu Wärmeleitfähigkeit verschiedener Metall finden Sie hier: Pfannenmaterialien)

Edelstahlgriffe haben eine etwas schlechtere Wärmeleitung als Eisengriffe.

Der Vorteil von Metallgriffen ist, dass Pfannen mit dieser Art von Griffen ohne Bedenken in den Ofen geschoben werden können.

Holzstiele sind meist nur an teureren Pfannen vorhanden, meistens Gusseisenpfannen wie von Skeppshult oder Le Creuset. Manchmal lässt sich der Holzgriff abnehmen, manchmal nicht. Holz hat den Vorteil, dass es ebenfalls kein
guter Wärmeleiter ist. 3

Mit Holzgriffen lässt sich deshalb gut bei hohen Temperaturen arbeiten.

Pfannen mit Holzgriffen gehören leider nicht in den Ofen, da Holz die hohen Temperaturen nicht gut verkraftet: Bei 100 Grad verdampft eventuell vorhandenes Wasser aus dem Holz, bei 200° Celsius beginnt die thermische Zersetzung des Holzes, Holzkohle und brennbare Gase entstehen. Bei 260 bis 290° Celsius entzündet sich Holz dann selbst. 4

Befestigungsart

Niemand möchte, dass bei einer heißen Pfanne plötzlich der Griff abbricht oder sich mit der Zeit lockert.

Deshalb ist eine starke Verbindung zwischen Pfanne und Griff sehr wichtig.

Die gängigsten Methoden, um die Verbindung herzustellen sind Verschraubung, Nieten oder Schweißen.

Bei gegossenen oder freiformgeschmiedeten Eisenpfannen sind die Griffe eine Verlängerung des Pfannenkörpers, die im Fertigungsprozess geformt werden.Geschraubter Pfannengriff

Vor allem bei günstigen Pfannen sind die Griffe (meist Plastik) mit dem Pfannenkörper verschraubt. Mit der Zeit wird diese Verbindung oft locker. Oft hilft auch ein Anziehen der Schraube nicht mehr, da die Windung abgenutzt ist.

Wir empfehlen daher, keine Pfannen mit einem per Schraube befestigten Griff zu kaufen.Genieteter Pfannengriff

Beim Vernieten wird das Metall des Griffs mit dem Metall der Pfanne durch mehrere Nieten verbunden. Durch Löcher in Pfanne und Metall des Griffs wird ein auf einer Seite verdickter Bolzen geschoben. Durch Druck wird die andere Seite dann auch verdickt, sodass sich die Verbindung nicht mehr leicht lösen lässt.

Diese Art der Verbindung ist relativ fest, kann sich bei schlechter Verarbeitung mit der Zeit aber auch lockern. Außerdem können sich an den Köpfen der Nieten in der Pfanne Schmutzreste sammeln. Da Bakterien aber normalerweise bei den Temperaturen, die in der Pfanne herrschen5, absterben, ist das eigentlich nur ein optisches und kein hygienisches Problem.

Geschweißter PfannengriffBeim Schweißen werden zwei Metallstücke durch Hitzeeinwirkung miteinander verbunden. Geschweißte Pfannengriffe gibt es vor allem bei geschmiedeten Eisenpfannen und bei Edelstahlpfannen. Es ist zwar relativ unwahrscheinlich, dass die Schweißverbindung bricht, aber es kann passieren. Insbesondere bei günstigeren und schweren Edelstahlpfannen sollten Sie lieber auf genietete Griffe zurückgreifen.

Unser Tipp für Pfannengriffe

Je nachdem, wie Sie Ihre Pfanne verwenden wollen, sollten Sie auch eine Pfanne mit passendem Griff kaufen.

Unsere subjektive Meinung: geschweißte oder genietete Griffe aus Metall sind für uns die sinnvollste Griffart. Dann kann die Pfanne auch in den Backofen und der Griff wird lange an der Pfanne halten.

Fußnoten

  1. Bonnet, Martin. Kunststoffe in der Ingenieuranwendung: verstehen und zuverlässig auswählen, Vieweg Studium, Vieweg+Teubner Verlag, 2009, S. 50.
  2. siehe Website von Woll: https://www.woll.de/woll/titanplus/titanplus-gusspfanne-fs_pid_1181_27062.html
  3. Wittchen, Bernd; Josten Elmar und Reiche, Thomas. Holzfachkunde: Ein Lehr-, Lern- und Arbeitsbuch für Tischler/Schreiner und Holzmechaniker, Vieweg+Teubner Verlag, 2008, S. 59.
  4. ebenda, S. 428
  5. Hemschemeier, Susanne Katharina. Sterilisationsverfahren, Abgerufen von http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/16/bio/sterilisation/sterilisation_enh.vlu/Page/vsc/de/ch/16/bio/sterilisation/steri_steri_enh.vscml.html