Die richtige Pfanne kaufen: Tipps & worauf Sie achten sollten

Pfanne kaufen

 

Eine Pfanne zu kaufen ist nicht leicht. Auf dem Markt gibt es so viele Hersteller und Bezeichnungen. Wir versuchen mit diesem Artikel etwas Licht ins Dunkel zu bringen und Ihnen bei der Auswahl zu helfen. Anhand unserer Kriterien können Sie die perfekte Pfanne für sich finden.

Das Wichtigste in Kürze

Wenn Sie eine Pfanne kaufen, sollten Sie folgende Kriterien abklappern. Mehr über die einzelnen Punkte erfahren Sie, wenn Sie auf den jeweiligen Link klicken:

  1. Material: Wir empfehlen Eisen, Aluminium oder Edelstahl
  2. Antihaftbeschichtung/Oberfläche: Teflon oder eingebrannte Eisenpfanne
  3. Gewicht: bei 24 cm zwischen 0,8 und 1,5 kg, bei 28 cm zwischen 1 und 1,8 kg
  4. Durchmesser: 24 cm oder 28 cm, je nach Anforderung (siehe ausführliche Erklärung unter Durchmesser)
  5. Form: Rund ist besser als rechteckig
  6. Randhöhe: je nach Einsatzgebiet. Für die allermeisten Kochvorgänge ist ein mittelhoher Rand sinnvoll.
  7. Griff: Stielgriff, aus Metall, genietet
  8. Preis: gute Pfannen gibt es ab ca. 30 €

Das Grundmaterial der Pfanne

Das Material, aus dem die Pfanne besteht, ist hauptsächlich für den Preis und das Verhalten der Pfanne auf dem Herd verantwortlich. Bratpfannen bestehen immer zum Großteil aus Metall, da Metall Wärme relativ gut leitet.

Grundsätzlich gibt es diese Materialien:

  • Kupfer
  • Aluminium
  • Eisen
  • Edelstahl

Die Materialien unterscheiden sich hauptsächlich in zwei Faktoren:

Temperaturleitfähigkeit und Reaktivität

Kupfer leitet die Wärme am besten, gefolgt von Aluminium. Wesentlich schlechter schneiden Edelstahl und Eisen ab. Die Wärme ist in Kupferpfannen wesentlich gleichmäßiger, das Gebratene wird an allen Stellen gleichmäßiger braun. Bei Edelstahlpfannen ist so gut wie immer eine Platte aus Aluminium oder Kupfer eingelassen, um die Wärme besser zu verteilen.

Da Kupfer und Aluminium mit Speisen reagieren können, gibt es diese Pfannen kaum aus unbeschichtetem Material. Bei Aluminium kommt meistens eine PTFE- bzw. eine Keramikschicht zum Einsatz, bei Kupfer meist Edelstahl. Zu den Antihaftfähigkeiten der einzelnen Materalien mehr im nächsten Abschnitt.

Eisenpfannen können insbesondere mit säurehaltigen Lebensmitteln reagieren.

Die teuersten Pfannen bestehen aus Kupfer. Pfannen aus Edelstahl, Aluminium oder Eisen gibt es in ähnlichen Preiskategorien (immer abhängig von Hersteller und Verarbeitung).

Kupferpfannen empfehlen wir eher nicht. Sie eignen sich zwar sehr gut fürs Kochen (deshalb sieht man sie auch häufig in gehobenen Restaurants), sind aber meist um ein Vielfaches teurer als Pfannen aus anderen Metallen.

Antihaftfähigkeiten/Oberfläche

Insbesondere proteinreiche Lebensmittel wie Fleisch, Ei oder Pfannnkuchen können sich unter Hitzeeinwirkung mit der Pfanne verbinden: das Bratgut klebt an.

Aus diesem Grund gibt es Antihaftbeschichtungen: PTFE (Teflon) und Keramik.

Beide Materialien gehen wenig bis gar keine Verbindung mit dem Bratgut ein, die Pfannen sind wesentlich leichter zu reinigen.

Keramik hat allerdings den Nachteil, dass zu hoch erhitztes Öl sich zersetzt und die Rückstände auf der Beschichtung bleiben. Das führt zu einem extrem verminderten Antihafteffekt. Oft passiert das schon nach wenigen Monaten.

PTFE/Teflon dagegen hat bessere Antihaftfähigkeiten als Keramik, normalerweise klebt überhaupt nichts an. Allerdings wird die Antihaftschicht mit der Zeit abgerieben, da die Kräfte, die das Teflon an der Pfanne halten, verhältnismäßig schwach sind. Wenn Sie mehr über PTFE-beschichtete Pfannen erfahren wollen, können Sie unseren Artikel zu Teflonpfannen lesen.

Wenn Sie eine beschichtete Pfanne kaufen wollen, empfehlen wir Ihnen eine PTFE-beschichtete  zu kaufen. Keramikpfannen haben unserer Erfahrung nach eine wesentlich kürzere Lebensdauer. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zu Keramikpfannen. Auch bei Teflonpfannen lohnt es sich etwas mehr Geld beim Pfannenkauf in die Hand zu nehmen: gerade bei günstigen Pfannen nutzt sich die Teflonschicht besonders schnell ab.

Eisenpfannen gibt es nur unbeschichtet (bzw. emailliert, hat aber wenig Einsatzzwecke). Eisen hat allerdings den großen Vorteil, das sich darauf eine Patina aus Ölresten bilden kann, die wie eine Antihaftschicht wirkt. Sie werden etwas Zeit brauchen, bis sich eine gute Patina bildet, aber dann können Eisenpfannen problemlos für Spiegeleier, Pfannkuchen und Co. verwendet werden. Wird die Patina beschädigt, kann sie einfach wiederhergestellt werden. Alle Informationen zu diesem Prozess finden Sie in unserem Artikel Eisenpfanne einbrennen.

edelstahl-ei
Auch in einer Edelstahlpfanne lassen sich Eier machen, allerdings schwieriger als in beschichteten Pfannen.

Unbeschichtete Edelstahlpfannen sind am schwierigsten zu handhaben. In ihnen klebt am leichtesten etwas an. Das ist manchmal sogar gewünscht, denn die braunen Reste in der Pfanne geben abgelöscht eine wunderbare Sauce. Deshalb sieht man sie auch oft in Restaurantküchen. Mit etwas Übung und Öl kriegt man aber auch Spiegeleier und Pfannkuchen gut hin. Mehr zur Verwendung finden Sie hier: Edelstahlpfannen

Was möchten Sie zubereiten?

Da spielt vor allem die Beschichtung oder die nicht vorhandende Beschichtung eine Rolle

Speisen, die niedrige Temperatur brauchen und leicht ankleben (Eier, Pfannkuchen, Fisch): PTFE- oder keramikbeschichtete Pfanne oder Eisenpfanne

Speisen, für die hohe Temperaturen nötig sind: Eisenpfannen, Edelstahlpfannen, Keramikpfannen

Säurehaltige Saucen: Teflonpfannen, Keramikpfannen, Edelstahlpfannen

Bratkartoffeln: alle

Steaks: Keramikpfannen, Eisenpfannen, Edelstahlpfannen

Gewicht

pfanne gewicht
Diese 28-cm-Pfanne ist solide genug und leicht zu heben.

Beim Gewicht sollten Sie auf zwei Dinge achten: nicht zu schwer, nicht zu leicht.

Ist die Pfanne sehr leicht, weist das auf dünnes Material hin. Pfannen mit dünnem Boden verformen sich leicht. Insbesondere sehr billige Pfannen haben dieses Problem. Anzutreffen sind diese Pfannen meist im Discounter.

Ist die Pfanne zu schwer, kann das Kochen mit ihr schwierig werden. Insbesondere Gusseisenpfannen und Pfannen mit dickem Sandwich-Boden sind oft sehr schwer.

Auch der Griff spielt eine Rolle: je länger der Griff ist (und er natürlich weiter hinten gegriffen wird), desto schwerer scheint die Pfanne zu sein. Dazu aber noch mehr im Abschnitt Pfannengriff.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass eine 24-cm-Pfanne mehr als 800 g aber weniger als 1,5 kg wiegen sollte. Eine 28-cm-Pfanne sollte mehr als 1 kg wiegen, aber weniger als 1,8 kg. Das sind aber reine Richtwerte. Es gibt auch Pfannen, die weniger oder mehr wiegen und dennoch richtig gut sind.

Durchmesser

Pfannen gibt es von 10 cm (meist, um Speisen darauf zu präsentieren) bis zu 100 cm Durchmesser (sehr große Paellapfannen)

Am verbreitetsten und nützlichsten sind aber Pfannen in der Größe 24 cm und 28 cm.

Pfannengröße
Zur Verdeutlichung der Pfannengröße haben wir 100 g Champignons in die jeweilige Pfanne gegeben.

Für einen Ein- oder Zwei-Personen-Haushalt empfehlen wir 24 cm, für mehr Personen sollte zusätzlich noch eine 28-cm-Pfanne im Haus sein. Mehr zum Pfannendurchmesser finden Sie hier: Pfannendurchmesser

Form

Rund oder quadratisch: das sind die zwei Pfannenarten, die es gibt.

Wir empfehlen generell runde Pfannen zu kaufen. Die Gründe:

  1. bei der Reinigung kommt man schwerer in die Ecken der Pfanne
  2. Bratgut in der Luft zu wenden geht mit runden Pfannen wesentlich leichter
  3. die Wärmequelle (Kochplatte, Gasring) ist meist rund, eine viereckige Pfanne wird in den Ecken langsamer warm

Randhöhe

Die niedrigste Randhöhe haben Crepepfannen. Den höchsten Rand haben Schmorrpfannen, Fischpfannen und Sauteusen.

pfannenrand hoehe
Normale Pfanne und Schmorrpfanne im Vergleich

Gedacht sind diese aber für Spezialfälle. Für die allermeisten Anwendungsfälle reicht eine Pfanne mit normalem Rand vollkommen aus. Am besten ist der Rand leicht angeschrägt, um die Reinigung und das Hinausgleitenlassen des Bratguts zu erleichtern. Besonders gut ist es, wenn die Pfanne noch einen Schüttrand hat: das erleichtert das Abgießen von Flüssigkeiten.

Pfannen mit sehr hohem Rand sind meist sehr schwer, bei Pfannen mit niedrigem Rand fällt beim Pfannenrühren gerne mal etwas aus der Pfanne.

Griff

Pfannen haben entweder Henkelgriffe, einen Stiel oder einen Stiel und einen Henkelgriff als Gegengriff. Eine Pfanne mit zwei Henkelgriffen macht nur bei sehr schweren oder großen Pfannen Sinn. Henkelgriffe werden aufgrund der Bauweise wesentlich heißer, ein normaler Pfannenstiel lässt sich auch wenn die Pfanne heiß ist, noch anfassen. Einen ausführlichen Artikel zu Pfannengriffen finden Sie hier: Pfannengriffe und -stiele

Griffmaterial

Der Pfannengriff bzw. -stiel besteht normalerweise aus Metall, Holz oder Plastik. Wir empfehlen einen Griff aus Metall: dann kann die Pfanne auch ohne Probleme in den Ofen. Manche Plastikgriffe lassen sich abnehmen, dann kann die Pfanne auch in den Ofen. Allerdings stellen diese Mechanismen oft eine Schwachstelle dar, sie verschleissen schneller als normale Griffe.

Griffbefestigung

Griffe können an der Pfanne entweder angeschraubt, angenietet, angegossen oder angeschweißt sein. Die beste Erfahrung haben wir mit genieteten Griffen gemacht. Einziger Nachteil: an den Nieten können sich Essensreste sammeln, die Reinigung etwas beschwerlicher. Dafür hält der Griff aber auch bombenfest.

Preis

Pfannen unter 20€ zu kaufen raten wir in den meisten Fällen ab. Gute Pfannen gibt es ab ca. 30€. Mehr als 80€ sollte eine Pfanne auch nicht kosten.

Welche/wieviele Pfannen sollte ich kaufen?

Wir empfehlen zwei Pfannen: eine mit Antihaftfähigkeiten und eine Edelstahlpfanne.

Als Pfanne für schwierige Speisen (Eier, Fisch etc.) empfehlen wir eine Eisenpfanne oder eine PTFE-/teflonbeschichtete Pfanne.

Mit der Edelstahlpfanne können Sie zum einen säurehaltige Saucen zubereiten, die die Patina der Eisenpfanne zerstören würde, zum anderen eignet sie sich perfekt zum Ablöschen von Bratresten.

Wir hoffen, dass Ihnen unser kleiner Ratgeber zum Pfannenkauf weitergeholfen hat. Wir freuen uns über Fragen und Anregungen in den Kommentaren: